Sonntag, 21. Mai 2017

Erster Besuch

Die Woche verging relativ schnell. Es gab Tage, an denen ich nichts zu tun hatte und ich wieder einfach nur wartete und niedergeschlagen ins Studentenheim ging. Das Wetter war wunderschön und ich hockte den ganzen Tag im Büro. Wir gehen leider auch nicht zum Mittagessen nach draussen. Das finde ich ein bisschen schade. Am Dienstagabend gingen wir nach der Arbeit noch was trinken am Donaukanal. Das war noch cool und ich glaube es hat so ein bisschen das Eis gebrochen. Danach gingen wir sogar zusammen zu Abendessen.
Donnerstag war ein sehr guter Tag. Ich war voll beschäftigt und so ging die Zeit auch schnell rum.

Ich spüre die Stadt an meinem Körper. Sie ist an meinem Gesicht, an meiner Haut und in meinen Haaren. Ich sehe wie sich meine Haut verschlechtert. Ich vermisse unseren Garten, unser altes Haus, die Abende um die Feuerschale, die schönen Abenden in Basel am Rhein. Ich habe das Gefühl, dass ich die beste Zeit im Jahr Zuhause verpasse. Ich liebe mein Heim im Sommer. Die milde Sommernachtsluft, die durch meine Vorhänge in mein Zimmer gelangt. Das plötzliche Aufspringen aus dem Bett, wenn ein Sommersturm anfängt und man mit Papa die Blitze mit der Kamera einfangen will. Das Abendessen in Wintergarten. Um sich abzukühlen in den Bach stehen. Die Abende, an denen man mit Papa und seinem Oldtimer in der Gegend rumfahrt, die Haare wild um den Kopf tanzen und man die schöne Abendstimmung um sich hat. Im Moment habe ich das Gefühl, dass ich alles verpasse.

Am Freitagabend erwartete ich meinen ersten Besuch. Julia, die auch mit mir die Fachklasse besucht in Luzern, absolviert ihr Praktikum in Prag und kam fürs Wochenende nach Wien. Ich freute mich riesig und das Wiedersehen tat so gut. Endlich wieder jemand zum reden, lachen und rumblödeln. Wir redeten wirklich viel und es tat so gut. Samstag gingen wir in mein momentanes Lieblings Kaffee. Das Wetter war leider wieder schlecht. Wir liefen einfach viel rum und es war nicht schlimm. Wir entdeckten coole Shops und blieben lange vor einem Buchladen stehen. Ich genoss die Zeit sehr. Wir assen auswärts und bestellten uns einen Hugo. Leider fing es dann in der Nacht an zu regnen und wir wussten nicht genau was noch machen. Die Stadt schien wie ausgestorben. Wir redeten in meinem Zimmer noch lange weiter und gingen um 2 Uhr Morgens erst schlafen. Wir lagen vielleicht 10 Minuten im Bett, als plötzlich der Feueralarm los ging im Heim. Wie wir erschrocken sind! Ich ging dann in den Gang und schaute auf den Eingang hinunter. Die Feuerwehr kam automatisch, aber die Feuerwehrmänner liefen gemütlich in der Gegend rum, deswegen nahm ich an, dass nicht ernstes passiert war. Nach etwa 10 Minuten wurde der Alarm abgestellt.
Heute Sonntag war auch sehr gemütlich. Wir assen etwas kleines in einem sehr tollen Restaurant und verbrachten den Rest des Tages einfach gemütlich im Burggarten. Wir dösten, redeten und zeichneten. Um 17 Uhr brachte ich sie wieder zum Busterminal und wir verabschiedeten uns wieder. Als ich mich danach wieder auf den Weg ins Heim machte, fühlte ich mich wieder endlos alleine. Aber ich freue mich sehr auf Mittwoch, dann kommen meine Eltern und bleiben bis Montag.

Ich habe leider gar nicht so viele Bilder gemacht diese Woche. Aber ich hab einen Film vollgeschossen mit meiner analogen Kamera! Die bringe ich Morgen zum entwickeln.








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