Montag musste ich zum ersten Mal im Büro weinen. Ich kam am Morgen an und mein Chef fragte mich wie es mir geht, wie mein Wochenende war. Es kam einfach raus. Ich glaube er war am Anfang ein bisschen verwirrt von meiner Reaktion, denn er ging einfach aus dem Raum und ich bereute sofort, dass ich weinen musste. Nach einiger Zeit kam er wieder, fragte ob er etwas tun könnte. Ich sagte nein. Ich wäre einfach wieder völlig aus meiner Bahn seit mein Freund am Samstag gegangen ist, dass ich am Sonntag nicht aus dem Bett konnte, dass ich sehr Heimweh habe, dass ich mich nicht wohlfühle im Studentenheim. Er musste dann noch zu einem Meeting, wir redeten aber beim Mittagessen. Es tat gut, ihm mal zu sagen, wie es mir eigentlich geht. Nach dem Mittagessen gingen wir wieder an unser Arbeitsplatz. Ich war plötzlich total erschöpft von den vielen Gefühlen und hatte Kopfschmerzen vom weinen. Ich fragte ihn, ob es in Ordnung ist, wenn ich gehe. Er sagte klar, ich soll auf mich schauen. So ging ich und kurz darauf hatte ich schon ein schlechtes Gewissen und sah es als schwach von mir an. Später am Abend wurde mir aber klar, dass es total okay war. Ich darf auch Schwäche zeigen. Ich sollte immer an erster Stelle stehen. Wenn es mir nicht gut geht, dann ist das auch völlig in Ordnung wenn ich gehe. Ich muss auf mich schauen.
Am Dienstagabend hatten wir einen Apèro im Büro um die neuen Räumlichkeiten einzuweihen. Es gab Bier, Prosecco, gespritzten Weissen, belegte Brötchen und sonstige Snacks. Wir waren zu 6. Zwei externe Mitarbeiter kamen auch noch. Es war eigentlich ganz gemütlich.
Freitag arbeitete ich nur am Morgen, da ich um 14:45 Uhr mit dem Bus nach Prag fuhr. Es war total schön Julia wieder zu sehen, mit ihr zu reden. Auch Tiffany kam von Berlin. So waren wir zu dritt. Wir redeten bis in die Nacht hinein. Samstag gingen wir frühstücken, liefen herum, gingen in eine alte Fabrik, in der jetzt ein Café seinen Platz hat und so eine Art Pop-Up-Store und Ateliers. Danach waren wir noch in einem Museum. Der Tag verging ziemlich schnell und waren auch total müde. Am Abend gingen wir an das Hochzeitsfest vom Chef von Julia. Das war sehr sehr lustig. Es trat eine tschechische Band auf, und die Gäste tanzten wie wild. So auch wir. Es gab einen Moment, an dem ich fühlte, dass ich jetzt genau am richtigen Ort bin, es fühlte sich so richtig an. Das hatte ich schon lange nicht mehr. Sonntag war sehr gemütlich, Kaffee, Tee, Abendessen, viel reden.
Die beiden haben es total super in ihrem Praktikum und an ihrem Ort. Sie erzählten viel und ich freue mich sehr für sie, aber dennoch fragte ich mich manchmal: Warum ich nicht? Warum habe ich so Mühe? Naja...Ich war dann um 22 Uhr wieder in Wien und war zu müde um noch einen Blogeintrag zu schreiben, deswegen folgt er jetzt am Montag.


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